Christen in Österreich

Österreich ist ein christliches Land! So hört man es von vielen Leuten, aber stimmt das überhaupt noch? Hat es je gestimmt?

Die grau-weiße Menü-Leiste oberhalb dieses Textes bietet Zugriff auf die Webseiten der meisten christlichen Kirchen in Österreich — das heißt, Kirchen, die die altkirchlichen Glaubensbekenntnisse (vor allem das Nizänische) bejahen.

Aber sind auch alle Menschen, die Mitglieder dieser Kirchen sind, tatsächlich Christen?

Manche Menschen, mit denen ich über dieses Thema spreche, sind erbost, wenn man zwischen “Namenschristen” und “echten Christen” unterscheidet, oder zwischen “normalen Katholiken” und “erweckten Katholiken“, usw, aber das ist ein wichtiger Unterschied, eine wichtige Frage, der man sich stellen sollte.

In einem Interview, welches Alejandro Rodriguez, Leiter eines argentinischen freikirchlichen Missionswerks, mit dem heutigen Papst Franziskus, damals Kardinal Jorge Bergoglio, Erzbischof von Bueno Aires, geführt hat, hört man folgendes:

Rodriguez: Wie können wir den Unterschied zwischen einem Namenschristen und einem wirklichen, echten Christen beschreiben? Denn vor kurzem gab es hier in Argentinien eine Umfrage, und da haben 98% der Befragten gesagt sie glauben an Gott, oder sie bezeichnen sich als Christen, als Christen auf ihre eigene Art. Wie können wir also zwischen nominellen und wirklichen Christen unterscheiden?

Kard. Bergoglio: Nun ja, du kannst dich wie ein Christ kleiden, du kannst dich wie ein Christ schminken, du kannst christlichen Jargon reden, aber ohne Begegnung mit einer Person bist du kein Christ; ohne Begegnung mit Jesus Christus bist du kein Christ. Darauf kommt es für mich an: ein Christ, ein echter, nicht nur nomineller, ist jemand, der Jesus Christus gefunden hat, und der sich von ihm hat finden lassen. Das ist eine der schönsten Erfahrungen im Leben.

Rodriguez: Also das hat nichts zu tun mit Tradition oder –

Kard. Bergoglio: Na ja, mit der Tradition kommt eine bestimmte Erziehung, bestimmte Werte, und das kann schon viel helfen, aber es kommt der Moment in deinem Leben, wo du Jesus Christus begegnest, und dann musst du entscheiden. Du hast ihn gesehen, und du hast gesagt, Ja Herr. Das wäre also meine Frage an einen Christen: Bist du Jesus Christus begegenet? Hast du dein Herz von ihm finden lassen, denn er sucht dich. Oder hast du ganz normal weitergemacht, und nicht auf ihn geachtet …

Rodriguez: Und in der Praxis, im täglichen Leben, woran erkennt man diese Begegnung mit Jesus Christus? Was sind die Beweise, die Anzeichen dafür? Was ist die Frucht dieser Begegnung?

Kard. Bergoglio: Also zunächst einmal, weil wir alle unterschiedlich sind, und das eine sehr persönliche Sache ist, es wird bei jedem anders sein. Aber wie sieht man es, was sind die Anzeichen? Ganz einfach gesagt, ein verändertes Leben — du änderst deine Einstellugnen im Leben, das ist die Frucht des Geistes, Friede, Sanftmut, Güte, Gerechtigkeit — all diese Dinge, von denen uns die heiilige Schrift sagt, daß sie die Frucht des Geistes sind –

Rodriguez: und gegen diese Dinge gibt es kein Gesetz, richtig? Sie sind mehr als Gesetz –

Kard. Bergoglio: Das ist der Geist Gottes in uns. Aber du mußt dich finden lassen.

Quelle: YouTube Video

Wie viele Menschen in Österreich, wie viele Menschen in all diesen vielen, verschiedenen Kirchen, ja selbst wie viele Priester und Pastoren, würden von sich sagen, daß sie Christus begegnet sind, daß sie sich von ihm haben finden lassen? Daß sie zu ihm, “Ja, Herr!” gesagt haben?

Würde unsere Gesellschaft, würden unsere Kirchen, Pfarren und Gemeinden da nicht ganz anders aussehen?